Kohlrouladen – Голубцы

Mir wurde gestern vom Markt ein wunderschöner großer Spitzkohl mitgebracht, der förmlich danach schrie, zu Kohlrouladen verarbeitet zu werden. Ich hatte schon seit geraumer Zeit Hunger auf die Kohlrolladen meiner Kindheit. Dieses Familienrezept hat nichts mit den deutschen Kohlrouladen oder Krautwickeln in brauner Sauce und mit Brot in der Fleischfüllung zu tun. Es entlehnt sich eher den russischen Голубцы in tomatig-sahniger Sauce. Das Gericht hat auch eine Ähnlichkeit zur gefüllten Paprika die ich vor ca. 2 Jahren gepostet habe. Das Gericht erfordert jedoch etwas Arbeit und man braucht einen guten Kohlkopf, deswegen habe ich es schon lange vor mir hergeschoben die Rouladen zu machen.
Theoretisch kann man jeden Kohlkopf zu Kohlrouladen verarbeiten. Praktisch kann ich nur empfehlen, eine Sorte zu wählen, die locker ist, sodass sich die einzelnen Blätter unbeschadet vom Kopf trennen lassen. Und Geschmack sollte der Kohl auch haben. Ich persönlich mag den Spitzkohl sehr, er hat gerade auf den heimischen Feldern Saison und ist auf den Märkten in guter Qualität und Frische zu haben. Wer den 0-8-15 deutschen „Standard-Weißkohl“ verwenden will, sei gewarnt: es ist ein langwieriger und schwieriger Prozess, seine Blätter auseinander zu bekommen (meist nur mit mehrstufigem Blanchieren des gesamten Kopfes hinzukriegen), er braucht länger um gar zu werden und bleibt trotzdem irgendwie zäh… gleichzeitig hat er kaum Geschmack.

Zutaten (für ca. 10 Stück):
1 großer lockerer Weißkohl (bzw. ca. 10 Blätter)
500 g Hackfleisch (z. B. gemischtes von Rind und Schwein)
100 g (Rundkorn-)Reis
ca. 400 g Zwiebeln
1 Karotte
1/2 Paprika
800 ml passierte Tomaten
200 ml Sauerrahm
200 ml Schlagsahne
einige Zweige glatte Petersilie
etwas Butterfett oder hocherhitzbares Öl zum Anbraten
Salz, Pfeffer, Chilli nach Geschmack
2-3 Lorbeerblätter

Zubereitung:
Den Reis 2-3 mal mit kaltem Wasser waschen, dann mit etwa 100 ml frischem Wasser zum Kochen bringen und auf kleiner Flamme so lange auf dem Herd stehen lassen, bis alles Wasser aufgesogen ist (er wird und soll dann noch nicht gar sein). Den Reis etwas abkühlen lassen.
In der Zwischenzeit 10 große Blätter vom Kohl lösen. Jeweils die große Rippe flach schneiden.


Die Blätter einzeln in heißem Wasser blanchieren, bis sie gut biegsam sind – das ist wichtig damit sie beim Wickeln nicht brechen.
Zwiebeln schälen und fein würfeln. Etwa 1/5 davon beiseitestellen. Den Rest in eine größere Schüssel geben, Hackfleisch und Reis hinzufügen, salzen, pfeffern. Die Mischung mit der Hand durchkneten, wenn sie sich dabei etwas trocken anfühlt, einen guten Schuss kaltes Wasser hinzufügen und nochmals durchkneten.
Karotte und Paprika in Streifen schneiden.
Nun die vorbereiteten Kohlblätter jeweils mit der Fleisch-Reis-Zwiebelmasse füllen, dabei am besten so vorgehen:

Sollte am Ende Füllung übrig sein, daraus Klöpse von ähnlicher Größe wie die Kohlpäckchen formen und zunächst beiseitestellen. Sollten Kohlblätter übrig bleiben, können diese anderweitig verwendet werden.
Nun etwas Butterfett oder Öl in einer großen Pfanne erhitzen, die Kohlrouladen darin von beiden Seiten kurz scharf anbraten und in einen großen Topf schichten.


Die evtl. geformten Klöpse dazulegen. Nun die beiseitegestellten Zwiebeln mit den Paprika- und Karottenstreifen in die Pfanne geben und gut anbraten. Die passierten Tomaten und etwa 200 ml Wasser dazu geben, das ganze zum Kochen bringen. Salz, Pfeffer, Chilli nach Geschmack und die Lorbeerblätter hinzufügen. Die Petersilie waschen, schneiden und hinzufügen. Nach etwa 5 min die Pfanne vom Herd nehmen. Den Sauerrahm mit der Sahne cremig rühren und unter den Pfanneninhalt rühren.
Den Pfanneninhalt nun über die Kohlrouladen geben. Falls die Rouladen nicht (zumindest weitgehend) von der Soße bedeckt sind: noch etwas passierte Tomaten (oder mit Wasser angerührtes Tomatenmark) und ggf. Sauerrahm dazugeben.


Den Topfinhalt zum Kochen bringen und auf leiser Flamme ca. 1-1,5 Stunde schmoren lassen.
Als Beilage passen dazu Kartoffeln in jeglicher Form.

guten Appetit!

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