Unter Vinaigrette versteht man im Westen ein französisches Salatdressing, in Russland (und der ehemaligen Sowjetunion) ist Винигрет ein winterlicher Salat mit u. a. Sauerkraut, roter Beete, Kartoffeln. Ob die beiden zufällig Namensvetter sind oder eine sonstige Verbindung haben sollen, konnte ich bisher nicht herausfinden (der russische Salat wird zumindest auch nicht mit dem französischen Dressing angemacht sondern lediglich mit etwas Öl). Bei der jahrhundertelang andauernden Vorliebe der Russen für alles Französische verwundert der französisch klingende Name jedoch nicht.
Da es ein Volksrezept ist, gibt es bei sehr variablen Zutaten kein Originalrezept und somit auch kein wirklich falsches. Es gibt u. a. auch Varianten mit Fleisch, Wurst oder gekochten Eiern. Es können gegarte Karotten und frische Äpfel hinzugefügt werden. „Klassisch“ gehören Erbsen aus der Konserve in den Salat – da ich diese nicht leiden kann, habe ich sie immer weggelassen. Seit ich frische Erbsen für mich entdeckt habe, füge ich sie sehr gerne hinzu.
Im Sommer, wenn kein frisches Sauerkraut verfügbar ist, habe ich stattdessen auch schon gekauften Krautsalat aus der Kühltheke verwendet – das schmeckt zwar anders aber auch nicht schlecht.
Das Mengenverhätnis ist ebenfalls sehr variabel und ich habe heute erstmals die Zutaten gewogen/gemessen um einen ungefähren Eindruck zu vermitteln. Meine hier genannten Mengen sind als Anhaltspunkt zu verstehen und nach Vorliebe (oder Vorräten) variierbar/ersetzbar.
Zutaten (für mindestens 4 Personen):
500 g frisches rohes Sauerkraut (ausgedrückt etwa 300g)
250 g gekochte rote Beete
200 g (Pell-) Kartoffeln
1 mittelgroße Zwiebel
50 g Erbsen (z. B. tiefgekühlt)
3 Salzgurken (oder große Essiggurken)
einige Zweige/Blättchen Petersilie
50 ml geschmacksneutrales oder Sonnenblumen-Öl
Salz
schwarzer Pfeffer
Zubereitung:
Rote Beete und Kartoffeln nach dem Kochen erkalten lassen. Erbsen nach Packungsanweisung kochen, dabei sollen sie idealerweise noch etwas Biss behalten.
Das Sauerkraut gut ausdrücken. Die Kartoffeln in grobe Würfel schneiden. Die rote Beete(n), Gurken und Zwiebel fein würfeln. Die Petersilie wiegen. Alle Zutaten in einer Schüssel gut miteinander vermischen. Dabei nur vorsichtig salzen, je nach Salzgehalt des Krauts und der Gurken evl. auch gar nicht. Der Salat kann zwar sofort gegessen werden, schmeckt aber durchgezogen (z. B. am nächsten Tag) noch besser.
