Schnell bezüglich des heutigen Rezeptes bedeutet zwar immer noch etwa 1 Stunde Arbeit, gerechnet ab dem Betreten der Küche bis zum ersten Kauen (zugegeben, wir haben zu zweit gearbeitet, allein würde es doch eher 1,5 Stunden in Anspruch nehmen).
Für selbstgemachte Teigtaschen finde ich das aber erstaunlich schnell. Ich gebe zu, so ganz mit rechten Dingen kann es dabei nicht zugehen. Die Abkürzung, die wir diesmal genommen haben: fertige Teighüllen. Wie ich bereits in einem früheren Beitrag über chinesische Teigtaschen schrieb, habe ich seit Jahren diverse fertige Teighüllen getestet und war bisher nie angetan.
Dies hat sich neuerdings aus zwei Gründen geändert. Der eine Grund liegt beim Hersteller: ich fand endlich ein Produkt, das nur aus Weizenmehl, Wasser und Salz besteht und somit keinen Beigeschmack hat.
Der zweite Grund liegt bei mir: die Teighüllen sollten vor der Verwendung nicht ewig im Eisfach lagern oder falsch aufgetaut werden, dann behalten sie ihre gute Konsistenz. Wer die Teighüllen langsam (also mindestens seit dem Vortag) im Kühlschrank in der Originalverpackung auftauen lässt, läuft weder Gefahr, dass die Ränder zu arg austrocknen, noch, dass die hohe Zimmertemperatur den Teig beeinflusst.
Lange Lagerung im Eisfach hat übrigens auch trockene Ränder zur Folge.
Ich habe meinen heutigen Teigtaschen „asiatisch“ genannt, denn ich bin keinem bestimmten Rezept gefolgt. Ob dies jetzt eher Guotie, Mandu oder Gyoza sind oder vielleicht allen dreien nicht gerecht werden kann, mag ich nicht beurteilen. Geschmacklich haben sie uns sehr gefallen. Dabei schmeckte die pfannengebratene Variante am besten und ließ sich gut mit einer Sojasaucen-Essig-Mischung essen. Die ebenfalls guten in Wasser gekochten Teigtaschen ließen sich auch problemlos wie Pelmeni mit Schmand und Chiliflocken kombinieren. Gedämpft haben diese Teighüllen im heißen Zustand zwar eine ziemlich gummige Konsistenz, am Folgetag als Snack am Arbeitsplatz sind sie allerdings gut.
Als Füllung haben wir 2 verschiedene (sich in gewisserweise sehr und andererseits doch gar nicht ähnelnde) Mischungen getestet, die uns beide gefallen haben. Die Mengen gelten jeweils für 40 (eine Packung) Teighüllen.
Da die Taschen vor dem Kochen eingefroren werden und dann im Verlauf der Woche ein wirklich schnelles Abendessen liefern können, lohnt es sich auch in einem 1-2 Personen-Haushalt die ganze Portion auf einmal vorzubereiten.
Zutaten (40 Teigtaschen, somit 4-8 Portionen):
Füllungsoption 1:
350 g Hähnchenfleisch (am besten Schlegel ohne Haut und Knochen)
80 g Steinchampignons
75 g Frühlingszwiebeln
1 kleine Zwiebel
1 EL Sojasauce
1 EL Reiswein
1 TL Sesamöl
Salz
schwarzer Pfeffer
Füllungsoption 2:
350 g etwas durchwachsenes Schweinefleisch
80 g frische Shitakepilze
75 g Jiucai
1 kleine Zwiebel
1 EL Sojasauce
1 EL Reiswein
1 TL Sesamöl
Salz
schwarzer Pfeffer
Zubereitung:
Wie bereits oben erwähnt, sollten die Teighüllen sich mindestens seit dem Vortag im Kühlschrank befinden.
Ich bevorzuge, das Fleisch hierfür selbst durch den Fleischwolf zu jagen (Schweinefleisch durch ein gröberes Sieb, Hähnchen durch ein feineres). Nach dem Fleisch kommt am Schluss die Zwiebel in den Fleischwolf: sie wird selbst größtenteils im Fleischwolf verbleiben, schiebt aber dafür das Fleisch nahezu vollständig heraus (somit verliert man deutlich weniger Fleisch an den Wolf). Wer mit fertigem Hackfleisch arbeitet, muss keine Zwiebel verwenden. Frühlingszwiebeln oder Jiucai waschen putzen und fein hacken. Die Pilze nach dem Putzen in kleine Würfel schneiden. Nun alles in eine Schüssel geben, die Gewürze hinzufügen und gut verkneten. Nach einer Zeit wird die Mischung etwas klebrig werden, dann einen guten Schuss kaltes Wasser hinzufügen und erneut vermischen – das wird die Füllung etwas saftiger machen.
Erst jetzt werden die Teighüllen ausgepackt. Jeweils in die Mitte der Hülle einen gehäuften Teelöffel Füllung geben, den Teigrand mit Wasser anfeuchten (dies ist bei selbst gemachten Teighüllen meist nicht notwendig).

Je nach Vorliebe zu Teigtaschen formen.

Zu diesem Zeitpunkt können die Teigtaschen eingefroren werden, dafür zunächst auf einem Teller oder Tablett so aufstellen dass sie sich nicht berühren und für eine Stunde in den Tiefkühler geben, damit der Tiefkühlprozess beginnt, danach in Dosen oder Gefrierbeutel umfüllen.
Für die Zubereitung in der Pfanne etwas Öl erhitzen und die Teigtaschen darin berührungsfrei aufstellen (bei späterer Zubereitung direkt gefroren in die heiße Pfanne geben, auf keinen Fall vorher auftauen) und kurz braten lassen. Sobald die Teigtaschen am Boden anfangen sich etwas zu bräunen, ca. 100 ml Wasser hineingeben und den Deckel schließen.
Auf mittlerer bis hoher Flamme die Teigtaschen etwa 10 Minuten garen lassen. Wenn das Wasser vorher vollständig verdampft ist, einfach noch etwas nachgießen. Wenn zum Ende der Garzeit immer noch viel Flüssigkeit in der Pfanne verbleibt: Hitze erhöhen und Deckel etwas schrägstellen.
Alternativ können die Teigtaschen auch ca. 5-7 Minuten gekocht oder ca. 20 Minuten gedämpft werden. Am besten, man testet alles auf einmal und weiß dann ob man diese Teighüllen mag und wenn ja für welche Zubereitungsart.


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