Seit ich als Teenager erstmals mit einem elektrischen Waffeleisen in Berührung kam, habe ich unterschiedliche Waffelrezepte ausprobiert. Manche mochte ich mehr, manche weniger, so richtig zufrieden gestellt hatte mich lange keines. Ich wollte gerne Waffeln, die gleichzeitig fluffig-luftig und knusprig sind. Die bisherigen waren alle eher schwer und weich, manche kurz knusprig.
Aus meiner frühesten Kindheit habe ich eine neblige alte Waffel-Erinnerung: meine Oma machte Waffeln in einem Waffeleisen, das zu ihrem Holz-/Kohleherd gehörte. Mit dem Herd verschwanden diese großartigen Waffeln aus unserem Leben. Ich habe nach Waffeln wie diesen gesucht, aber vor Jahren kam ich zur Überzeugung, dass ich überzogene Erwartungen habe und einer Fata Morgana hinterherjage – bis ich kürzlich über Sauerteig-Aufbrauch-Waffeln gestolpert bin. Ich hatte diverse Sauerteigreste aus mehreren Fütterungen im Kühlschrank und auch Milch, die dringend weg musste. Also probierte ich das Rezept aus, ehrlich gesagt gänzlich ohne Erwartungen. Das Ergebnis war spektakulär. Das sind die Waffeln, die ich seit Jahrzehnten gesucht habe! Sie schmecken nach viel mehr als alle bisherigen. Dabei sind sie unheimlich fluffig und gleichzeitig knusprig.
Ihr Geschmack ist neutral (der Zucker wird von den Mikroorganismen des Sauerteigs über Nacht verstoffwechselt), können somit sowohl süß als auch herzhaft verzehrt werden. Sie sind durch den Sauerteig etwas säuerlich und schmecken vollkommen anders als alle, die ich in den letzten Jahrzehnten gegessen habe.
Wer sich fragt warum in diesem blubbrigen, sehr lebendigen Teig noch Natron hinzugefügt wird: es sorgt für das schnelle Aufgehen im Waffeleisen, welches der Sauerteig aufgrund seiner Eigenschaften nicht liefern kann. Weil der Teig bereits sauer ist, braucht es keine weitere Säure um das Natron zu aktivieren.
Die Zutaten für dieses Rezept habe ich nach Volumen abgemessen, übernommen von homemadefoodjunkie, die Gewichtswerte sind somit keine exakte grammgenaue Wissenschaft.
Zutaten:
550er Weizenmehl 1 Cup / 130 g
Weizenvollkornmehl 1 Cup / 140 g
alte Sauerteigreste 1 Cup / 260 g
Vollmilch 2 Cups / 400 g
Zucker 2 EL / 25 g
Butter 1/4 Cup / 65 g
Eier 2 Stück
Natron 1 TL / 7 g
Zubereitung:
Am Vorabend die Mehle, Sauerteig, Milch und Zucker in eine große Schüssel geben, verrühren und abgedeckt über Nacht bei Zimmertemperatur stehen lassen.
Am nächsten Morgen wird der Inhalt der Schüssel in etwa so aussehen, dabei sichtbar und beim näheren Hinhören auch hörbar knisternd Blubbern.
Während das Waffeleisen vorheizt, Butter in einem kleinen Töpfchen schmelzen ohne zu arg zu erhitzen. Eier aufschlagen. Eier, Butter und Natron unter den Teig rühren. Das Waffeleisen ggf. gering mit Öl einpinseln und die Waffeln ausbacken.
Sie schmecken heiß sehr gut, können jedoch auch abgekühlt verzehrt werden. Die übrig gebliebenen Waffeln kann man sofort nach dem Abkühlen auch unproblematisch einfrieren und dann zum Verzehr in einem Toaster mit Auftaufunktion direkt aus dem Eisfach schnell in den frischgebackenen Zustand versetzen.





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