Pasta mit frischem Spinat in Rahmsauce

Meine Beziehung zum Spinat – den ich lange nicht verstanden hatte – ist in der nächsten Stufe: ich mag nun auch frischen erwachsenen Spinat. Er hat gerade Saison und unser Lieblingsstand auf dem Wochenmarkt hat ihn aus eigenem Bioanbau. Also kommt er gerade häufig in unsere Teller.
Bevor ich zum Rezept komme, muss ich jetzt ein möglicherweise befremdliches Geständnis abgeben: ich koche Pastagerichte seit Jahren fast nur noch im Wok. Auf die Idee gebracht hat mich vor Jahren der italienische Youtuber Chef Max Mariola. Ich fand damals auf der Suche nach einem Wok mit flachem Boden viel Werbung und nahezu keine Erfahrungsberichte. Zunächst dachte ich, das auch Max Mariola nur ein verkapptes Werbevideo aufgenommen hat. Beim Stöbern auf seinem Kanal stellte ich aber fest, dass er seine nahezu durchweg italienischen Gerichte seit Jahren im gleichen Wok kochte. Und je mehr ich sah, desto sinnvoller sah das für mich aus, insbesondere für einen 2-Personen-Haushalt. Der Wok hat es daraufhin in meine Küche geschafft und ist seit über vier Jahren nicht mehr daraus wegzudenken, ich koche mich damit um die Welt.
Durch das große Volumen des Woks erübrigt es sich, den Spinat vorher zu blanchieren. Das hat mehrere Vorteile: mehr Geschmack bei weniger Arbeitsschritten und weniger Sauerei. Wer also einen großen Wok hat: das ist ein Gericht dafür. Ansonsten nehmt einen Topf, der groß genug ist, den gesamten rohen Spinat zu fassen.

Zutaten (für 2 Personen):
300 g frischer Spinat
30 g getrocknete Tomaten
1 rote Zwiebel
3 Knoblauchzehen
einige Zweige Petersilie
ca. 30 g Olivenöl
100 g Sahne
100 g Schmand
Salz, schwarzer Pfeffer

200 g Spaghetti(ni) oder andere Nudeln nach Wahl
ca. 30 g frisch geriebener Parmesan (-schnee)

Zubereitung:
Den Spinat verlesen, wenn nötig Wurzeln entfernen, waschen und abtropfen lassen. Die Petersilie waschen, Blättchen abzupfen und grob schneiden. Die Knoblauchzehen in feine Würfel schneiden, die Zwiebel in Längsstreifen, getrocknete Tomaten grob hacken. Den Wok auf mittlerer Flamme erhitzen. Je nach Kochdauer der Pasta, evtl. auch jetzt schon einen Topf mit Wasser zum Nudelkochen aufstellen. Das Olivenöl und den Knoblauch in den Wok geben.

Sobald der Knoblauch gering Farbe angenommen hat, Zwiebelstücke und getrocknete Tomaten hinzugeben.

Den Wokinhalt unter gelegentlichem Rühren garen lassen. Dabei sollte es nicht zum kräftigen Braten kommen, eher zum Schmorbraten: sobald der Boden des Woks trocken wird und der Bratvorgang beginnt, immer wieder wenige Esslöffel Wasser (z.B. aus dem Nudelwasser-Topf) unterrühren und dabei – falls notwendig – alles gut vom Boden lösen. Nach etwa 15-30 Minuten sollten die Zwiebeln glasig-weich, nahezu geschmolzen sein und die Tomaten rehydriert.

Nun wieder 2 EL Wasser hinzugeben. Falls der Spinat nicht mehr super jung ist, ihn in maximal 3 Abschnitte schneiden, ansonsten ganz lassen.

Den gesamten Spinat und die Petersilie in den Wok dazugeben.

Den Deckel auflegen, den Inhalt gelegentlich rühren. In 2-5 Minuten wird der Spinat vollständig welken und gegart sein. Falls der Spinat viel Saft abgegeben hat, diesen bei offenem Deckel einige Minuten reduzieren lassen.

Nun Schmand und Sahne miteinander glatt verrühren, unter den Spinat auf den Boden des Woks geben und warm werden lassen.

Den Wokinhalt miteinander verrühren und mit schwarzem Pfeffer würzen. Mit Salz abschmecken. Wenn die Sauce zu sehr eindickt, esslöffelweise mit Wasser aus dem Nudeltopf verdünnen. Falls die Nudeln nicht bereits nebenher gekocht wurden, die Hitze unter dem Wok minimieren und den Deckel auflegen. Nudeln bis etwa 2-3 Minuten vor dem gewünschten Garpunkt kochen und (z. B. mittels Zange) direkt aus dem Kochtopf in den Wok geben.

Den Wokinhalt gut miteinander verrühren, wenn nötig noch etwas mehr Nudelwasser dazugeben.

Auf niedrigster Flamme oder bei ausgeschaltetem Herd und aufliegendem Deckel etwa 2-3 Minuten ziehen lassen. Erneut gut durchrühren. Die Garheit der Nudel überprüfen, ggf. ein letztes Mal mit Nudelwasser verdünnen und anrichten. Mit Parmesanschnee servieren und genießen.

guten Appetit!

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