Was macht man mit einer sich plötzlich manifestierenden Ladung Fallobst? So ganz korrekt ist die Bezeichnung „Fallobst“ für die Aprikosenladung, mit der ich mich am Mittwoch konfrontiert sah, zwar nicht, den Zustand kann ich damit aber wohl am besten beschreiben. Die sehnsüchtig von mir erwartete Ernte eines adoptierten Aprikosenbaums kam bei mir an und mehrere Probleme hatten gemeinsam dazu geführt, dass ein Drittel der Früchte dabei komplett zermotscht war mit zum Teil beginnendem Anflug von Schimmel. Viele der Früchte trugen braune Stellen. Somit war klar, dass ich sie nicht – wie eigentlich geplant – einfach in den Kühlschrank packen und nach und nach verwenden kann. Ich musste entweder schnell handeln oder die Früchte allesamt wegwerfen. Da etwa ein Drittel der Früchte unverletzt aussah, fand ich, dass einfach Wegwerfen keine Lösung ist. Also gings ans Sortieren. Aus den beschädigten Früchten habe ich beschlossen, Marmelade und ein Chutney-Experiment zu kochen. Ich habe sie großzügig ausgeschnitten und brauchte nun ein Rezept, denn Chutneys habe ich zwar schon häufig gegessen aber noch nie selbst zubereitet. Aprikosen-Chutney-Rezepte sind im Netz massenhaft zu finden, allerdings verlangten sie nach perfekten reifen (oder zum Teil auch nach getrockneten) Aprikosen und allen möglichen sonstigen Zutaten, die ich nicht vorrätig hatte – sie halfen mir also nicht wirklich weiter. In dem seit Jahren in meinem Besitz befindlichen Buch Natürlich hausgemacht! von Lynda Brown fand ich den Hinweis, dass Fallobst und unreifes Obst eine ausgezeichnete Chutney-Grundlage bildet. Dazu fand ich dort ein Birnen-Chutney-Rezept, das eine Idee für mein Experiment lieferte. Ich hatte nicht erwartet, dass dabei etwas Leckeres herauskommt, deswegen habe ich im Erstellungsprozess keine Fotos gemacht. Das Ergebnis ist allerdings bereits jetzt – wenige Tage später – nicht nur essbar, sondern lecker.
Zutaten (ergab 6 x 160 ml Gläschen):
600 g Aprikosen (ensteint und geputzt)
150 g Zwiebeln
2 scharfe Chilies (je nach Geschmack auch mehr)
1 daumengroßes Stück Ingwer
250 g (Rohrohr-) Zucker
250 ml (Reis-) Essig
1 TL (Meer-) Salz
1 TL grob gemahlener schwarzer Pfeffer
Zubereitung:
Die Aprikosen und Zwiebeln jeweils grob würfeln. Die Chilies entkernen und in Streifen schneiden. Den Ingwer schälen und sehr fein reiben. Alle Zutaten in einen Topf mit möglichst großer Oberfläche und dickem Boden geben und unter Rühren zum Kochen bringen. Dann die Hitze reduzieren, ohne Deckel oder mit halb aufgelegtem Deckel etwa 2-3 Stunden köcheln lassen. Dabei regelmäßig umrühren – vor allem, wenn die Mischung gegen Ende anfängt einzudicken, kann sie anbrennen. Das fertige Chutney in noch nicht abgekühlte sterilisierte Gläser geben und mit säurebeständigen Deckeln verschließen.

Lynda Brown schreibt, man solle das Chutney nun etwa 3 Monate reifen lassen, damit es Aromen entfaltet und an Tiefe gewinnt. Ich habe zum einen die Befürchtung, dass ich es nicht lang genug gekocht habe um es ohne Aufsicht im Keller reifen zu lassen. Zum anderen haben wir es am Freitag bereits als Grillsauce verköstigt und sind begeistert. Somit sind die Gläschen in den Kühlschrank gewandert und werden über den Sommer sicher geleert werden.

Ist gerade beim Köcheln und verbreitet schon einen super Duft…. Glaube das wird ein Lieblingsrezept 😉
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Das freut mich!
Sind es auch „Fall-Aprikosen“?
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