Weihnachtliches Früchtebrot

Meine erste Begegnung mit Früchtebrot ereignete sich vor etwa 15 Jahren, als wir von Tante Brigitte in der Adventszeit einen geschickt bekommen haben. Ich hatte vorher noch nie eines probiert und war von dem Geschmack sehr angetan. In diesem Jahr habe ich endlich versucht es nachzubacken. Dem Original bin ich nicht ganz treu geblieben – für meine Version habe ich mich im Internet umgeschaut und eine eigene Mischung aus mir verfügbaren Zutaten produziert.
Das Früchte-Nuss-Brot kann sicherlich auch ähnlich in anderen Jahreszeiten gebacken und gegessen werden, man lässt dafür einfach das Lebkuchengewürz weg. Es schmeckt zum Beispiel sehr gut zu gereiftem bretonischem Schafskäse.
Was das Einweichen der Trockenfrüchte betrifft: welcher hochprozentige Alkohol verwendet wird, kann je nach Geschmack und Vorräten entschieden werden. Im Rezept der Tante wird nach Kirschwasser verlangt, im Internet gibt es viele Rezepte mit Rum, ich habe eine schon etwas zu lange im Regal stehende Flasche Calvados – er passte prächtig. Der Rum- oder Calvadosgeschmack wird zwar im Brot noch sehr wahrscheinlich durchzuschmecken sein (wie Rum-Aroma nur weniger synthetisch-chemisch), der Alkohol hat sich aber bis dahin aufgrund der Erhitzung beim Backen verflüchtigt. D.h. im fertigen Brot dürfte kein Alkohol mehr enthalten sein. Wer dennoch keinen Alkohol verwenden will: es gibt im Netz Empfehlungen, ihn mit Fruchtsaft zu ersetzen, manche Rezepte schlagen auch vor, dafür ein Vanillewasser herzustellen (Wasser mit aufgeschlitzter Vanilleschote aufkochen und wieder abkühlen lassen, Schote entfernen) – beides habe ich jedoch bisher nicht ausprobiert.

Zutaten:
400 g Äpfel (geschält und entkernt gewogen)
125 g brauner Zucker
150 g getrocknete Feigen
75 g Datteln
75 g Trockenpflaumen
75 g Rosinen
50 ml Calvados (s.o.)

100 g ganze Haselnüsse
100 g Walnusskerne
1 EL Kakaopulver
1 EL Lebkuchengewürz
200 g Mehl (jegliches von weiß bis Vollkorn)
1/2 Päckchen Backpulver
1 Prise Salz

Zubereitung:
Am Vorabend: Äpfel schälen, entkernen und grob reiben, mit dem Zucker verrühren. Die Trockenfrüchte wenn nötig entsteinen und in grobe Stücke schneiden, mit den Rosinen zu den Äpfeln geben. Den Calvados ebenfalls dazu geben. Die Mischung gründlich durchrühren und abgedeckt über Nacht bei Zimmertemperatur ziehen lassen.

Am Backtag: Den Backofen auf 170°C Ober-/Unterhitze aufheizen. Die Haselnüsse und Walnusskerne grob hacken und mit allen übrigen Zutaten zu der Apfel-Trockenobst-Mischung geben, gründlich verrühren. Eine Backform (am besten Kastenkuchenform 30 cm lang) mit Backpapier auslegen (oder einfetten). Die Mischung in die Form geben, mit dem Löffel gut festdrücken (um möglichst alle Luftlöcher zu entfernen) und an der Oberfläche glattstreichen. Das Früchtebrot etwa 75 Minuten backen, aus der Form nehmen und auf einem Rost auskühlen lassen. Danach luftdicht verpacken, z. B. fest in Frischhaltefolie wickeln und wenigstens 2-3 Tage, besser eine Woche an einem lichtgeschützten Ort durchziehen lassen. Direkt nach dem Backen wird das Brot noch sehr „wild“ sein, und im Verlauf harmonischer und saftiger werden. Das Brot ist wochenlang haltbar, es sollte nach dem Anschneiden jeweils sofort wieder luftdicht verpackt werden damit es saftig bleibt.

Guten Appetit!

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