Pasta Amatriciana Art

Dieses Gericht tut der authentischen römischen Pasta all‘ Amatriciana sicher etwas unrecht. Aber es war Wochenende und ich hatte weder Bucatini noch Pecorino in meinen Vorräten und erst recht keinen Guancale. Also behalf ich mich mit Spaghetti, Parmesan und fettem ungarischem Speck. Und das Ergebnis war köstlich.
Es heilt mich langsam von einem sehr einschneidenden Erlebniss in meiner Jugend: Mir wurde eine extra für mich gekochte Pasta in Tomatensauce vorgesetzt, in die ich nichts ahnend reinbiss… Die Köchin konnte Olivenöl und generell alles Öl nicht wirklich ausstehen, verstand auch Tomaten nicht wirklich, mochte aber Schweineschmalz über alles. Sie verstand weder die Veränderung meines Gesichtsausdrucks nach dem ersten Bissen, noch warum ich anstatt der extra für mich gekochten Pasta lieber ein trockenes Brot zum Abendessen zu mir nahm. Der penetrante Schmalzgeschmack aus dieser Tomatensauce verfolgte mich als Albtraum noch über Jahrzehnte. Ich war seither der felsenfesten Überzeugung, dass Schwein bzw. Schmalz und Tomate sich einfach nicht mögen. Dann traf ich irgendwann voller Erstaunen auf Rezepte von Pasta all‘ Amatriciana – natürlich traute ich denen erst einmal überhaupt nicht über den Weg. Dann hatte ich einen Tages ein Stück Guancale von der Carbonara übrig und wagte einen kleinen Versuch. Und siehe da, Speck / Schmalz und Tomaten vertragen sich sehr gut, sie müssen nur in der richtigen Qualität vorliegen und auf die richtige Art und Weise miteinander verbunden werden.
Woran es liegt, dass mir dieses Gericht so gut schmeckt, die langsam verblassende Erinnerung an den damaligen Vorfall aber immer noch gruselig ist, weiß ich nicht. Wie dem auch sei: das ist ein sehr einfaches und sehr schmackhaftes Gericht. Im Original oder auch in der nachempfundenen nicht ganz authentischen Art.

Zutaten (für 2 Portionen):
100 g Guancale oder anderer Speck (gesalzen und möglichst fettig)
100 ml trockener Weißwein
400 g geschälte Tomaten (eine kleine Dose)
Salz
schwarzer Pfeffer
Pecorino romano (oder Parmesan)
250 g Pasta: Bucatini oder die dicksten auffindbaren Spaghetti

Zubereitung:
Den Speck in feine Streifen schneiden, in eine kalte trockene Pfanne geben und ohne Zugabe von sonstigen Fetten auf mittlerer Hitze schmelzen und rösten lassen. Im Idealfall wird die Hälfte von dem Speck zu Schmalz.

Mit Weißwein ablöschen und kochen lassen bis der alkoholische Geruch verschwindet. Die Tomaten hinzugeben und mittels Gabel oder Pfannenwender gründlich zerdrücken. Etwas Salz und schwarzen Pfeffer dazugeben.

Die Sauce unter gelegentlichem Rühren etwa 15-20 Minuten kochen lassen. Abschmecken und ggf. nachwürzen.

Zwischenzeitlich die Pasta in reichlich Wasser knapp al dente kochen und direkt aus dem Kochtopf zur Sauce geben. Einen Teil des geriebenen Käses hinzufügen.

Alles gut miteinander verrühren. Wenn nötig, noch etwas Nudelwasser unterrühren.

Pasta auf Teller verteilen, den restlichen Käse darauf geben und genießen.

Guten Appetit!

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